Alexander Nordmann
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Zur Schiefergewinnung unter Tage werden rechteckige Quader in der Schieferschicht vorgeschnitten und anschließend mittels Pressluftmaschinen aus der Wand gestemmt. Oftmals gelingt es nicht den vorgeschnittenen Block als Ganzes zu gewinnen, da durch den Schieferblock ein Riss - ein BRUCH verläuft. Diese Störungen im Gefüge definieren die Eigenschaften als „Naturprodukt Schiefer“. Bei der Fa. Rathscheck ist man sich der positiven Aspekte solcher Risse bewusst. Obwohl sich aus rissigen Schichten kein direkter Ertrag erzielen lässt, gewinnt das Produkt Schiefer an Bedeutung als natürlicher Rohstoff. Der Entwurf vereint durch seine Formgebung sowohl Aspekte des alltäglichen Prozesses der Schiefergewinnung, als auch die Eigentümlichkeit des Naturproduktes Schiefer. Der monolithische Gebäudekubus entspricht der Form, eines zum Abbruch vorgeschnittenen Schieferblockes. Wie unter Tage verläuft ein Bruch durch den Gebäudeblock. Der Bruchspalt wird durch seine Funktion als Haupterschließung, |
Vorplatzgestaltung und Belichtung zum wichtigsten Gestaltungsmerkmal des Entwurfes. In Anlehnung an Schieferschichten wird das Erd- und Obergeschoss je als eigene Schicht betrachtet. Die formgebenden Bruchlinien verlaufen teilweise synchron, teilweise kommt es zu Vor- und Rücksprüngen. Auf diese Art und Weise ergeben sich scheinbar selbstverständliche Flächen, die sowohl den Balkon, als auch das Vordach des Haupteinganges definieren. Bei der Fassadengestaltung wird bewusst auf herkömmliche Deckungsarten von Schiefer verzichtet. Stattdessen werden Schieferbruckstücke aus dem Abbauprozess in Stahldrahtkörben zu Elementen von 118 x 78 x 12 cm zusammengepackt. So entsteht eine Bruchsteinfassade, die durch den „Rohstoff Schiefer“ geprägt wird, aber keine Wertung zwischen den Deckungsarten vornimmt. Im Vordergrund steht das Material, nicht die Technik. |

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